Senegal: Launch der Gesundheitsapp BISA

Die Unterschrift besiegelt den Vertrag: Damit hat sich der Minister für Gesundheit des Senegals, Abdoulaye Diouf Sarr, zur Unterstützung der Gesundheitsapp BISA verpflichtet. Sie soll landesweit die Lücke schließen, die in der medizinischen Versorgung der senegalesischen Bevölkerung besteht.

Zur feierlichen Zeremonie hielt der Gesundheitsminister eine Ansprache vor den Verantwortlichen des Projektes und weiteren Vertretern aus dem Gesundheitswesen. Der Minister Sarr lobte die positiven Auswirkungen der App auf die Bevölkerung. Die Anwendung komme zum richtigen Zeitpunkt, um die Diskrepanz in der Versorgung der Bevölkerung zu verringern.

BISA ist ein nützliches Werkzeug, das gleich mehrere Probleme im Land angehen kann. Insbesondere im ländlichen Senegal ist die ärztliche Versorgung nicht flächendeckend gewährleistet. Viele Patienten haben daher entweder lange Anfahrtswege zu medizinischen Stationen. Weil es zu wenige Ärzte gibt und medizinisches Personal gibt, sind die Wartezeiten für Sprechstunden sehr hoch. Zudem können sich Patienten vielfach den Besuch bei einem Arzt nicht leisten und suchen daher gar keine Praxis auf.

Die App bringt daher den Vorteil, dass Menschen, die medizinische Hilfe benötigen, einen schnellen und einfachen Zugang zu Beratung finden – über ihr Mobiltelefon. Ärzte und medizinisches Personal können über die App kontaktiert werden und geben ihre Einschätzungen an die Patienten weiter, die aus unterschiedlichen Gründen andernfalls nicht in der Lage wären, persönlich einen Arzt aufzusuchen.

Gesundheit
So kann der Erkrankte per Nachricht im Chat, mit Bildern oder auch per Sprachnachricht einen Arzt kontaktieren, der eine erste Einschätzung und Behandlungsempfehlungen ausspricht. Leichte und ungefährlichere Erkrankungen, wie Durchfall oder Hautausschlag können mit empfohlenen Hausmitteln kuriert werden. Eine schädliche Behandlung mit günstigen, aber falschen Medikamenten kann verhindert werden.

Auch sexuelle Themen oder intimere Krankheiten, die ein Schamgefühl bei den Betroffenen auslösen, können anonym mit einem Arzt besprochen werden. Auf diese Weise leistet die App einen Beitrag zur Aufklärung und dämmt die Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten ein. Gerade junge Frauen sprechen aus Angst vor Stigmatisierung nicht offen über sensible Themen und verschleppen Erkrankungen. Die App schließt kostengünstig einen Teil der Lücke im Gesundheitssystem.