Besuch im Slum Baraka bewegt Architekturstudenten

Senegal VIIII

Auch ein Empfang bei Senegals Präsidenten Macky Sall (Achter von links) und seinem Bauminster Diéne Farba Sarr (Dritter von links) stand auf dem Programm der Architekturstudenten. Fotos: Papa Matar Diop

Sie waren zum offiziellen Termin bei Senegals Präsidenten Macky Sall geladen: Neun Studierende, ihr Professor Jochen Schuster der Peter Behrens School of Architecture (PBSA) in Düsseldorf und der Präsident vom Bund Deutscher Architekten (BDA), Bruno Braun, sind jüngst mit UNESCO-Sonderbotschafterin Dr. h.c. Ute-Henriette Ohoven in den Senegal gereist.

Auf ihrem Programm stand neben dem Empfang im Präsidentenpalast auch der Besuch in einem der Armenviertel Dakars. Der Slum Baraka wandelt sich derzeit als Modellprojekt von Ohovens „You Stiftung –Bildung für Kinder in Not“ zu einem eigenen lebenswerten Stadtteil. Die Studierenden der Hochschule waren es, die Anfang des Jahres den gesamten städtebaulichen Plan und Konzepte zum Bau von massiven Wohnhäusern entwarfen, die demnächst dort entstehen sollen. Die Abstimmung eines detaillierten Masterplans für die Umgestaltung Barakas war ebenfalls Teil des Besuchs.

„Die Reise war für alle ein sehr intensives und aufwühlendes Erlebnis – besonders die Studierenden waren tief bewegt vom Leben der Menschen und ihrer Armut in Baraka“, sagt Ute Ohoven. Nicht ein einziges Spielzeug für die Kinder. Stattdessen wühlen sie täglich in Unrat und Müll und basteln notdürftig eigenes Spielzeug aus Flaschen oder Plastik. Unter dem Eindruck der allgegenwärtigen Entbehrungen, legten die Studierenden spontan Geld zusammen, um 50 Fußbälle für die Kinder zu kaufen.

Senegal V

Empfang beim Präsidenten um den Masterplan zu besprechen.

Gegensätzlicher könnte der Reiseverlauf der 14-köpfigen Gruppe wohl kaum ausfallen. Denn auch bei Macky Sall und seinem Minister für Stadterneuerung und Wohnen, Diéne Farba Sarr, war die Delegation aus Deutschland zu Gast. Er empfing Ute-Henriette Ohoven, Claudia Jerger (Vize-Präsidentin der You Stiftung), die Studierenden, ihren Professor Jochen Schuster und Bruno Braun (Bund Deutscher Architekten) in seinem Präsidentenpalast. Ziel des Treffens war vor allem die Abstimmung des endgültigen Masterplans für das Projekt Baraka unter den Beteiligten. „Minister Sarr hat uns noch einmal seine Zustimmung versichert und ist von unseren Vorschlägen für die bauliche Aufwertung angetan“, sagt Ohoven. Kommenden Herbst, wenn die Regenzeit im Senegal vorüber ist, soll mit dem Bau der Wohnhäuser begonnen werden. Dort können dann jeweils bis zu zehn Personen einziehen und in einem sicheren, menschenwürdigen Zuhause leben. Die Hausentwürfe stammen von eben jenen Studierenden, die nun zum ersten Mal selbst in den Senegal reisten.

Die Bewohner unterdessen fiebern bereits darauf hin freuen sich über die ersten Veränderungen in Baraka wie der Schule, der Wasserversorgung, einer Medizinstation und der Begegnungsstätte, die ihnen das Leben in ihrem Stadtteil erleichtern. „Bei jedem Besuch dort sind die Menschen außer sich vor Freude und natürlich haben sie auch für die Studierenden ein richtiges Fest veranstaltet“, sagt Ohoven. Die Studierenden planen unterdessen schon bald zurückzukehren und sich vom Fortschritt ihrer Bauentwürfe zu überzeugen.

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