Kindersoldaten

Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.

Mit diesen Worten beginnt die mehr als fünfzig Jahre alte Verfassung der UNESCO und eben diese Worte bilden auch heute noch ein fundamentales Gebilde für die Bildung und Sicherung von Frieden.

Weltweit beeinflussen Kriege und Konflikte das Leben unzähliger Menschen und hinterlassen nichts als Verwundung, Angst, Trauer und Tod. Kriege verschonen keine Region, keinen Menschen. Oft sind vor allem diejenigen davon betroffen, die bereits wenig oder nichts haben. Ob der Drogenkrieg in Mexiko, der Irakkrieg, der brutale Bürgerkrieg in Somalia oder die Auseinandersetzungen in Burma; in der gesamten Welt kämpfen Menschen um Macht, Recht und Reichtum und nicht selten werden diese Auseinandersetzungen zu einem alltäglichen Zustand und ein dauerhafter Friedensabschluss gar unmöglich.

Ohne Rücksicht auf das Leben werden Kinder für die eigenen Machenschaften missbraucht. Kinder, die häufig noch nicht einmal das 10. Lebensjahr erreicht haben, werden zu Opfern und Tätern zugleich. Mädchen und Jungen aus Flüchtlings-, Vertriebenenlagern oder Straßenkinder geraten in die Fänge gewaltbereiter Gruppen, die die Kinder für ihre machthaberischen Zwecke missbrauchen und ausbeuten. Sie werden unter Drogen gesetzt, bei Missachtung mit brutalen Strafen traktiert und Mädchen müssen sich den sexuellen Übergriffen der älteren Soldaten unterwerfen. Sie sind namenlos und heimatlos – ohne Hoffnungen und Vertrauen.

Nicht selten sind aber vor allem Jugendliche auf der Suche nach einer besseren Zukunft, nach Zuneigung, Schutz, Anerkennung und einem Machtgefühl und schließen sich infolgedessen bewaffneten Gruppen an. Leider enden viele Jugendliche bei ihrer verzweifelten Suche nach Zugehörigkeit und Bestätigung in bewaffneten und kriminellen Banden.

Kriege hinterlassen sichtbare und unsichtbare Narben am Körper und der Seele der Kinder. Zahlreiche Studien belegen schwere psychologische Traumata, die sich oft in Angstzuständen und Depressionen widerspiegeln. Wie kann sich ein Kind von den Erlebnissen befreien, getötet zu haben, weil keine andere Wahl bestand, Zeuge von Schüssen und Bombardierungen gewesen zu sein und unter dem Zwang zu sexuellem Kontakt gestanden zu haben? Wie soll es vergessen lernen?

Wie soll so ein Kind glücklich sein?

Kind zu sein hat in vielen Regionen dieser Welt eine durchaus andere Bedeutung als in den westlichen Industrieländern. Die Kinder, die in politisch instabilen Regionen geboren werden und dort aufwachsen müssen, träumen von Frieden und Sicherheit. Sie hoffen jeden Tag aufs Neue, etwas zu Essen zu erhalten. Sie träumen davon ein Dach über dem Kopf zu haben und älter als 15 Jahre alt zu werden. Sie wünschen sich, irgendwann einmal die Möglichkeit zu bekommen, Lesen und Schreiben zu lernen.