Neues Projekt: Fischverkäuferinnen im Senegal

Senegal

Ute Ohoven (Mitte) brachte die Idee, den Fischverkäuferinnen zu helfen von ihrem Besuch im Senegal mit. Foto: YOU Stiftung

Die YOU Stiftung bereitet ein Projekt vor, mit dem die Fischverkäuferinnen aus einem Dorf im Senegal ihre Armut überwinden und ihr Geschäft professionalisieren können. 

Tag für Tag sitzen die Fischverkäuferinnen von Ouakam (Senegal) am Strand und warten auf die Fischerboote, die regelmäßig mit ihrem Fang zurückkehren. Die Frauen haben eine Abmachung den Fischern und Fischhändlern, ihnen einen kleinen Teil ihrer Fänge verkaufen. Diese Fänge sind überwiegend Karpfen, Meeräschen, Hechte, und Seeschlangen.

Aktuell kann jede Frau nur sehr wenige Fische kaufen. Das liegt zum einen an akutem Geldmangel und fehlenden finanziellen Rücklagen; zum anderen aber auch an der Schwierigkeit, den Fisch kühlen oder aufbewahren zu können, so dass er frisch bleibt. Die Frauen haben kein Eis, keinen Kühlschrank, keine geeigneten Kühlbehälter. Sie müssen sich deswegen direkt nach dem Kauf zu Fuß auf den Weg machen und den Fisch schnellstens in der direkten Nachbarschaft verkaufen. Schon nach kurzer Zeit umschwirren Fliegen die Fische in den Behältern und in der sengenden Hitze verdirbt die Ware sehr schnell. Das drückt den Wiederverkaufspreis für den Fisch stark.

Diese Prozedur wiederholt sich in einer Schleife von morgens bis abends. Immer wieder kaufen die Frauen den Fischern Ware ab und versuchen sie an den Haustüren in der Stadt zu verkaufen. Bis sie sich abends ausgelaugt und müde auf den Heimweg machen – immer mit der Hoffnung, genügend Fisch verkauft zu haben, um ein kleines Abendbrot für ihre Familien mitbringen zu können.

 

Die YOU Stiftung hat nun 46 Fischverkäuferinnen identifiziert und dazu bewegt, den ersten Schritt zu gehen und eine Wirtschaftsinteressengesellschaft (G.I.E.) zu gründen. Wir unterstützen diese Gruppe neuer Unternehmerinnen beim Aufbau ihres Mikro-Unternehmens. Als gemeinsamer Zusammenschluss können die Fischerfrauen von Ouakam mehr bewirken, ihre Interessen besser vertreten und ihre Situation nachhaltiger verändern.

Schon jetzt haben die Frauen eine Kasse eröffnet, in die sie eine kleine Summe einzahlen, um ein Umlaufvermögen anzusammeln und ihr Geschäft erfolgreich aufzubauen. Die Mitglieder können monatlich bzw. wöchentlich einen Klein-Kredit erhalten. Bisher fehlen aber die Mittel, diesen finanziellen Grundstock noch weiter auszubauen und so das Geschäft weiterzuentwickeln. Die minimalen finanziellen Rücklagen reichen gerade aus, um einen Eimer Fisch zu kaufen, aber manchmal nicht einmal mehr für das Eis. Aus diesem Grund verfault der Fisch, den sie nicht sofort verkaufen können, weil es ihnen an grundlegenden Kühlmöglichkeiten fehlt.

Das Projekt wird allen 46 Fischverkäuferinnen ermöglichen mit neuen Kühlbehältern, Eis und richtiger Lagerung von Fischen zu arbeiten. Eine positive Spirale setzt ein: Durch ihre verbesserte Ausgangssituation können sie größere Mengen Ware einkaufen und zu angemessenen Preisen weiterverkaufen. Auf diese Weise werden Einnahmen maximiert und neue Rücklagen geschaffen, die wiederum in neue Mikro-Kredite zum weiteren Ausbau des Geschäftes fließen.

Die Frauen sollen zudem Kühl- und Verpackungsmaterial sowie Kühltruhen erhalten, um den nicht verkauften Fisch zu konservieren und ihre Tätigkeit professionell und nachhaltig auszuüben. So können sie bei den Fischern auch größere Fische wie „Thiofs“ abnehmen und ihre Tätigkeiten auf die umliegenden Stadtteile wie Mermoz ausdehnen.

Spendendaten:

You Stiftung – Bildung für Kinder in Not

Commerzbank Düsseldorf
IBAN: DE 72 300 400 00 0 34 80 100 00
BIC: COBADEFFXXX

Verwendungszweck: Fischverkäuferinnen

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